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Müllabfuhr und Recycling — Mülltrennung in Deutschland

So funktioniert Mülltrennung in Deutschland: Welcher Müll in welche Tonne kommt, Pfandsystem und Sperrmüll.

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Deutsche Begriffe
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Warum Mülltrennung?

Deutschland ist Weltmeister im Recycling — und das liegt an der strengen Mülltrennung. Als Bewohner sind Sie verpflichtet, Ihren Müll richtig zu trennen. Die Mülltrennung schont Ressourcen, reduziert CO₂-Emissionen und spart Entsorgungskosten.

In Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus stehen mehrere Mülltonnen bereit. Welche Tonnen es gibt und wie oft sie geleert werden, hängt von Ihrer Stadt und Ihrem Vermieter ab.

Die Mülltonnen im Überblick

🔵 Blaue Tonne — Papier und Pappe

  • Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge
  • Kartons und Verpackungen aus Pappe
  • Bücher (ohne Plastikeinband)
  • Briefumschläge (auch mit Fenster)
  • Schreibpapier, Schulhefte

NICHT hinein: beschichtetes Papier, Tapeten, verschmutztes Papier (z. B. Pizzakartons mit Fettflecken), Fotos

🟡 Gelbe Tonne / Gelber Sack — Verpackungen

  • Plastikverpackungen (Joghurtbecher, Folien, Tüten)
  • Getränkekartons (Tetra Pak)
  • Dosen und Konserven
  • Alufolie und Aluschalen
  • Styropor-Verpackungen
  • Zahnpastatuben

NICHT hinein: Spielzeug, CDs, Kleiderbügel, Blumentöpfe (nur Verpackungen mit dem Grünen Punkt oder ähnlichem Symbol)

🟤/🟢 Biotonne — Organischer Abfall

  • Obst- und Gemüsereste
  • Kaffeesatz und Teebeutel
  • Eierschalen
  • Gartenabfälle (Laub, Gras, Blumen)
  • Brotreste
  • Küchenpapier (unbedruckt)

NICHT hinein: Knochen, Fleisch (in vielen Städten), Katzenstreu, kompostierbare Plastiktüten (in vielen Städten nicht erlaubt)

⚫ Restmülltonne — Alles, was nicht in andere Tonnen gehört

  • Zigarettenstummel
  • Windeln und Hygieneartikel
  • Staubsaugerbeutel
  • Kaputtes Porzellan und Keramik
  • Fotos
  • Verschmutztes Papier
  • Kleinere Mengen Asche (kalt!)

🟩 Glascontainer — Altglas

Glas wird nach Farben getrennt in Glascontainer geworfen:

  • Weiß/klar — klare Flaschen und Gläser
  • Grün — grüne Flaschen und Gläser
  • Braun — braune Flaschen und Gläser
  • Blaues oder rotes Glas → in den Grünglascontainer

NICHT hinein: Trinkgläser, Fensterglas, Spiegel, Keramik, Porzellan, Glühbirnen

Wichtig: Glascontainer haben Einwurfzeiten (meistens Mo–Sa, 7–20 Uhr). Sonntags und nachts dürfen Sie kein Glas einwerfen!

Das Pfandsystem

In Deutschland gibt es ein Pfandsystem für Getränkeverpackungen:

Verpackung Pfand
Einwegflaschen (Plastik, mit Pfandzeichen) 0,25 €
Einwegdosen 0,25 €
Mehrwegflaschen (Glas, Bier) 0,08 €
Mehrwegflaschen (Glas, Wasser/Limo) 0,15 €
Mehrwegflaschen (PET) 0,15 €

Wie funktioniert es?

  1. Sie kaufen ein Getränk und zahlen den Pfand an der Kasse
  2. Die leere Flasche/Dose bringen Sie zum Pfandautomaten im Supermarkt
  3. Sie erhalten einen Bon, der an der Kasse verrechnet wird

Tipp: Das Pfandzeichen erkennen Sie am Symbol auf der Flasche. Nicht alle Flaschen haben Pfand — z. B. Wein, Saft in Glasflaschen und Spirituosen sind oft pfandfrei.

Sperrmüll

Für große Gegenstände, die nicht in die Tonne passen, gibt es den Sperrmüll:

  • Möbel (Schränke, Sofas, Betten, Tische)
  • Matratzen
  • Teppiche
  • Große Haushaltsgeräte (Waschmaschine, Kühlschrank) — oft getrennte Abholung!

Wie funktioniert die Sperrmüllabholung?

  1. Termin anmelden — online, telefonisch oder per Formular bei der Stadtreinigung
  2. Sperrmüll bereitstellen — am vereinbarten Tag vor dem Haus (am Straßenrand)
  3. Abholung — die Stadtreinigung holt die Gegenstände ab

Kosten: In vielen Städten ist die Sperrmüllabholung 1–2× pro Jahr kostenlos. Danach oder bei größeren Mengen: 20–100 € pro Abholung.

Alternativen

  • Recyclinghof / Wertstoffhof — Sie bringen die Sachen selbst hin (oft kostenlos)
  • eBay Kleinanzeigen — verschenken oder verkaufen Sie brauchbare Möbel
  • Sozialkaufhaus — spendet gut erhaltene Möbel an Bedürftige

Elektroschrott (E-Waste)

Elektrogeräte dürfen NICHT in den Hausmüll:

  • Smartphones, Tablets, Laptops
  • Kabel, Ladegeräte
  • Toaster, Mixer, Haartrockner
  • Energiesparlampen, LED-Lampen
  • Batterien und Akkus

Wohin damit?

  • Recyclinghof — kostenlose Abgabe
  • Elektrogeschäfte — Geschäfte ab 400 m² Verkaufsfläche müssen kleine Altgeräte (unter 25 cm) kostenlos annehmen
  • Supermärkte — nehmen seit 2022 ebenfalls kleine Elektrogeräte zurück (ab 800 m² Verkaufsfläche)
  • Batterien — Sammelboxen in jedem Supermarkt und Drogeriemarkt

Häufige Fehler

  1. Pizzakartons in die blaue Tonne — Nein! Fettiges Papier gehört in den Restmüll
  2. Windeln in die Biotonne — Nein! Restmüll
  3. Pfandflaschen in den Glascontainer — Geld verschenkt! Zum Automaten bringen
  4. Elektrogeräte in den Restmüll — Verboten! Zum Recyclinghof oder Geschäft bringen
  5. Müll neben die Tonne stellen — Bußgeld möglich (10–5.000 €, je nach Stadt)

Kosten der Müllabfuhr

Die Müllgebühren zahlen Sie als Mieter über die Nebenkosten. Sie hängen ab von:

  • Tonnengröße (120 l, 240 l, 1.100 l)
  • Leerungsrhythmus (wöchentlich, 14-tägig)
  • Stadt/Gemeinde

Typische Kosten: 150–400 €/Jahr pro Haushalt (in den Nebenkosten enthalten).

Tipps für den Alltag

  • Kleine Mülleimer in der Küche — einen für Restmüll, einen für Verpackungen, einen für Bio
  • Papiertüte für Biomüll — verhindert Geruch und Feuchtigkeit
  • Pfandflaschen sammeln — lohnt sich, besonders bei 0,25 € pro Flasche
  • App nutzen — viele Städte haben eine Abfall-App mit Leerungsterminen und Abfall-ABC

Stand: März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.

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